Wie Dura Vermeer die Sicherheit in der Baulogistik mit einem KI-Bremssystem erhöht
Branche
Construction
Wie lassen sich Kollisionen verhindern, wenn ein großes Baufahrzeug in einer belebten Umgebung mit eingeschränkter Sicht rückwärtsfährt?
Auf Baustellen und Logistikstandorten bewegen sich Lkw, Maschinen und Fußgänger ständig auf engem Raum. Dura Vermeer wollte das Kollisionsrisiko nicht nur durch Warnungen reduzieren, sondern auch durch eine Technologie, die selbstständig eingreift, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert. Deshalb wurde gemeinsam mit Volvo Trucks Nederland und Rietveld ein neuer Volvo FH Electric mit einem intelligenten KI-Bremssystem ausgestattet.
Ergebnisse
Die intelligente Kamera überwacht kontinuierlich eine festgelegte Gefahrenzone hinter dem Fahrzeug. Sobald ein Fußgänger erkannt wird, erhält der Fahrer zunächst eine Warnung. Reagiert er nicht rechtzeitig, bremst das System das Fahrzeug automatisch über den CAN-Bus ab. So entsteht eine zusätzliche Sicherheitsebene, die den Fahrer unterstützt und Mitarbeitende sowie umstehende Personen besser schützt.Das Pilotprojekt unterstützt die umfassenderen Ziele von Dura Vermeer in den Bereichen Sicherheit, Innovation und Nachhaltigkeit. Zugleich bildet die Anwendung den Ausgangspunkt für die Prüfung einer breiteren Einführung innerhalb des Unternehmens.
Key Products
EasyView 360°, EasyDetect 360°, EasyBrake
Über Dura Vermeer
Dura Vermeer ist ein unabhängiges niederländisches Familienunternehmen, das seit 1855 besteht. Mit rund 4.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von etwa 2,6 Milliarden Euro zählt das Unternehmen zu den größeren Bauunternehmen der Niederlande. Dura Vermeer ist im Wohnungsbau, Gewerbebau, Infrastrukturbau und in der Technik tätig. Zu den Leistungen gehören unter anderem Entwicklung, Planung, Realisierung, Verwaltung, Instandhaltung, Renovierung und Transformation.
Sicherheit hat innerhalb des Unternehmens stets höchste Priorität. Der Grundsatz lautet, dass alle Menschen jeden Tag sicher und gesund nach Hause zurückkehren. Gleichzeitig setzt Dura Vermeer konsequent auf Innovation und verfolgt das Ziel, bis 2050 emissionsfrei zu arbeiten.
Die Herausforderung
Baulogistik findet häufig in einem komplexen und dynamischen Umfeld statt. Große Fahrzeuge manövrieren zwischen Mitarbeitenden, Lieferanten, Maschinen und anderen Verkehrsteilnehmern. Insbesondere beim Rückwärtsfahren können Personen unerwartet in einen Bereich gelangen, der für den Fahrer nur schwer einsehbar ist.
Warnsysteme und Kameras helfen dem Fahrer, Risiken frühzeitig zu erkennen, bleiben jedoch teilweise von seinem Reaktionsvermögen abhängig. Dura Vermeer suchte deshalb nach dem nächsten Schritt: einer Lösung, die nicht nur erkennt und warnt, sondern bei unmittelbarer Gefahr auch selbstständig eingreifen kann.
Diese Sicherheitsanforderung fiel mit der Einführung eines neuen Volvo FH Electric zusammen. Dadurch konnte Dura Vermeer die nachhaltige Modernisierung des Fuhrparks mit einer konkreten Innovation im Bereich der Fahrzeugsicherheit verbinden.
Die Lösung
In Zusammenarbeit mit Volvo Trucks Nederland stattete Rietveld den elektrischen Volvo FH mit einem fortschrittlichen KI-Bremssystem aus.
Eine intelligente Kamera überwacht kontinuierlich einen vorab festgelegten Bereich hinter dem Lkw. Die KI-Technologie erkennt Fußgänger innerhalb dieser Gefahrenzone. Sobald das System eine Person erfasst, wird der Fahrer unmittelbar gewarnt.
Reagiert der Fahrer nicht oder nicht ausreichend, sendet das System über den CAN-Bus ein Signal an das Fahrzeug und der Lkw wird automatisch abgebremst. Damit geht die Lösung über eine reine Kameraüberwachung oder einen akustischen Alarm hinaus: Die Technologie kann aktiv dazu beitragen, eine Kollision zu verhindern.
Besonders wertvoll ist die Lösung in belebten Bau- und Logistikumgebungen, in denen die Sicht eingeschränkt sein kann und sich Personen unerwartet hinter einem Fahrzeug befinden können. Auch Personen, die nahe am Boden sitzen oder liegen, können von der Kamera erkannt werden.
Die Ergebnisse
Das Pilotprojekt bietet Dura Vermeer eine zusätzliche Sicherheitsbarriere beim Rückwärtsfahren mit schweren Fahrzeugen.
Der Fahrer behält die Kontrolle über das Fahrzeug und wird zunächst aktiv gewarnt. Gleichzeitig bietet das automatische Bremssystem zusätzliche Unterstützung, wenn eine Gefahrensituation nicht rechtzeitig erkannt wird oder eine Reaktion ausbleibt.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- frühzeitige Erkennung von Fußgängern hinter dem Fahrzeug;
- unmittelbare Warnung des Fahrers;
- automatisches Abbremsen, wenn nicht rechtzeitig reagiert wird;
- geringere Abhängigkeit von ausschließlich menschlicher Wahrnehmung und Reaktion;
- zusätzlicher Schutz für Mitarbeitende und Personen im Fahrzeugumfeld;
- Unterstützung der Sicherheits- und Nachhaltigkeitsziele von Dura Vermeer.
Darüber hinaus trägt das Pilotprojekt dazu bei, Risiken proaktiv zu beherrschen, potenzielle Schadens- und Haftungskosten zu reduzieren und Sicherheit sowie gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln bei Projekten und Ausschreibungen zu stärken.
Gemeinsame Entwicklung mit Rietveld
Bei dieser Anwendung handelt es sich nicht um ein isoliertes Standardprodukt, sondern um eine Lösung, die auf das Fahrzeug, die Arbeitsumgebung und die Sicherheitsanforderungen von Dura Vermeer abgestimmt wurde.
Rietveld verband seine Kompetenz in den Bereichen KI-Kameraerkennung, Fahrzeugsysteme und automatische Bremseingriffe mit dem Fachwissen von Volvo Trucks und der Praxiserfahrung von Dura Vermeer. Durch diese Zusammenarbeit konnte die Technologie sicher in den neuen Elektro-Lkw integriert werden.
Das Pilotprojekt bildet den Ausgangspunkt für eine umfassendere Prüfung. Rietveld wurde gebeten, als Wissenspartner und Lieferant aktiv über die Möglichkeiten einer breiteren Anwendung innerhalb des Unternehmens mitzudenken.
Relevanz für die Branche
Die Herausforderung von Dura Vermeer ist für viele Unternehmen im Bauwesen, in der Infrastruktur, Abfallwirtschaft, Recyclingbranche, Industrie und Logistik relevant.
In diesen Branchen sind große Fahrzeuge häufig in Umgebungen im Einsatz, in denen sich Menschen in unmittelbarer Nähe zu Fahrzeugen und Maschinen aufhalten. Kameras und Warnsysteme verbessern die Sicht und Aufmerksamkeit, doch ein automatischer Bremseingriff ergänzt diese Systeme um eine wichtige letzte Sicherheitsebene.
Für Geschäftsleitungen, Fuhrparkmanager und Sicherheitsverantwortliche kann diese Technologie zu folgenden Verbesserungen beitragen:
- mehr Sicherheit für Mitarbeitende und Personen im Umfeld;
- geringeres Risiko von Verletzungen, Schäden und Stillständen;
- reduzierte Haftungs- und Schadensrisiken;
- bessere Unterstützung von Sicherheitsrichtlinien und Compliance-Anforderungen;
- Stärkung der Ziele in den Bereichen gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit;
- ein zukunftssicherer Fahrzeug- und Maschinenpark.
Fazit
Mit dem Pilotprojekt am Volvo FH Electric zeigt Dura Vermeer, wie sich Sicherheit, Innovation und Nachhaltigkeit gegenseitig verstärken können.
Das KI-Bremssystem unterstützt den Fahrer bei einem der risikoreichsten Manöver in der Baulogistik: dem Rückwärtsfahren in einem Umfeld, in dem Personen unerwartet in die Gefahrenzone gelangen können. Indem das System zunächst warnt und bei ausbleibender Reaktion automatisch abbremst, trägt die Technologie aktiv dazu bei, potenzielle Unfälle zu verhindern.
Die Zusammenarbeit mit Rietveld und Volvo Trucks ist daher nicht nur ein technischer Pilotversuch, sondern auch ein wichtiger Schritt hin zu einer breiteren Anwendung intelligenter Fahrzeugsicherheit in der Baubranche.
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